Cultural Backround

Im folgenden findest du:

– Hintergründe zur Sprache, Kultur und Musik der Bantu in Kamerun

– Eine Auswahl der Instrumente der Bantu

– Informationen zur Musik von Biboul Darouiche und seiner Band Soleil Bantu

– Informationen zu Bantu Music Booking und einer Auswahl unserer Weltmusik-Artists

– Kurzbiografie von Biboul Darouiche

Die Sprache, Kultur und traditionelle Musik der „Bantu“ in Kamerun:

Das Wort „Bantu“ selbst bedeutet einfach „Menschen“.

Die Kultur und die Sprache der Bantu haben ihren Ursprung in Kamerun mehrere tausend Jahre vor Christus. Circa 2000 vor Christus begannen sie sich in andere Regionen Zentralafrikas auszubreiten.

„Linguistische und genetische Beweisstücke stützen die These, dass die Ausbreitung des Bantu eine der bedeutendsten Wanderbewegungen der Menschheit sowie eine der wichtigsten kulturellen Transformationen innerhalb der vergangenen Jahrtausende in Afrika darstellt“

Alleine in Kamerun gibt es über 230 nationale Sprachen. Davon zählen ca. 130 zu den Bantu Sprachen, die von ca. 40% der Gesamtbevölkerung gesprochen werden. Dazu gehören z.B. Beti, Ewondo, Duala, Fang, Basaa, Makaa, Njem, Ndsimu, Ngoumba und viele mehr. Die Urheimat der Bantusprachen wird im mittleren Benue-Tal (Ostnigeria) und im westlichen Kamerun vermutet. Das ist die heute von den meisten Forschern akzeptierte und vertretene Meinung. Keine Bantusprache hat eine eigene Schrift entwickelt, jedoch besassen und besitzen die Bantuvölker auch ohne Schrift eine reichhaltige orale Literatur, die Mythen, Märchen, Fabeln, Sprichwörter, Lieder und Stammesgeschichten umfasst.

Die Musik der Bantu ist eng mit Ihrer kulturellen Lebensweise (z.B. Arbeitslieder, Geburtsbegleitung, Schlaflieder, Moralgeschichte, Lebenszyklus, Die Hochzeitsfeierlichkeit, Trauerlieder) verbunden.

„Die Lieder und Tänze können nur durch ein Stammesmitglied voll und ganz verstanden werden, aber auch wir können aus einem Ansatz, der sich mit dem textlichen Inhalt beschäftigt, dem Stil (der ihren Ansatz und Komposition erfasst) und der Funktion der Lieder und Tänze, unsere Lehren ziehen“

Die alte, äußerst kultivierte und äußerst disziplinierte Tradition des mündlichen Geschichtenerzählen von Barden und Grioten ist immer noch erhalten geblieben und lebendig. Die Künstler sind wahre Meister im Rezitieren von Epen und vielen anderen Geschichten.

„Die Kraft und Ausstrahlung dieser Geschichtenerzähler ist atemberaubend, und sie führen durch die Erfahrungen, die jeder Mensch in seinem Leben macht“

Die über Jahrtausende gewachsenen Rhythmen der Bantu bewegen sich oft im 6/8 und 9/8 Takt, allerdings meist verzahnt mit anderen Taktarten, – sogenannte Polyrhythmen enstehen. Je nachdem auf welchem Pattern der verschiedenen Taktarten der Fokus des Zuhörers liegt, wandert das andere Pattern und bekommt einen neuen Puls.

Eine Auswahl der Instrumente der „Bantu“:

 

 

„Nkul“ die traditionelle Holzschlitztrommel, auch Tamtam genannt ist eines der zentralen, traditionellen Instrumente der Bantu in Kamerun, da

es Jahrtausende lang als Kommunikationsinstrument benutzt wurde. Es hat somit eine eigene rhythmisch-basierte Sprache hervorbracht. Man kann sagen es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Wald-Telefon.

„Die Holzschlitztrommel besteht aus einem Baumstamm, der durch einen Schlitz auf der Seite ausgehöhlt wird. Dieser Schlitz führt zu zwei Lippen mit verschiedenen Stärken, woraus zwei Tonlagen resultieren. Die Bauart der Trommel ermöglicht die Übertragung rhythmischer Muster die auf zwei unterschiedlichen Tonlagen basieren. Das ist eine essentielle Charakteristik, seit dem die Schlitztrommel benutzt wird um verbale Botschaften in tonale Sprache zu übertragen. Tonale Variationen tragen demzufolge verbale Bedeutung.“

Die Calimba (Daumenklavier, Lamellophon) Die Kalimba ist in Zentralafrika schon seit circa 1.000 Jahren bekannt. Eine Kalimba besteht aus einem Brett oder einem Hohlkörper und ist ungefähr so groß wie ein Buch. Die ursprüngliche Kalimba ist aus exotischen Holzarten gefertigt. Manchmal werden auch Schildkrötenpanzer, Bambus, Kürbis oder Kokosnussschalen als Grundlage für eine Kalimba verwendet. Auf dem Resonanzkörper der Kalimba sind Lamellen zur Klangerzeugung befestigt. Die Anzahl der Lamellen kann variieren. Je mehr Lamellen sich auf einer Kalimba befinden, desto komplexere Melodien können auf ihr gespielt werden. In den meisten Fällen bestehen die Lamellen einer Kalimba aus Metall. Ursprünglich wurden sie aber auch aus anderen Materialien wie Holz, Gerten oder Zuckerrohr gefertigt und von Hirten, Griots und Geschichtenerzählern verwendet.

Biboul Darouiche und die Musik von Soleil Bantu:

Soleil Bantu ist ein musikalisches Portrait Bibouls multikultureller Geschichte – von seiner Kindheit in Afrika bis hin zu seiner Arbeit als internationaler Musiker (siehe Kurzbiografie). Geboren in Kamerun, dann Syrien, Kopenhagen, Paris und München: Biboul hat viele Kulturen kennen und lieben gelernt. So kreierte er einen einzigartigen Stil der diverse Traditionen verbindet und gerade in der heutigen Zeit als Symbol zur friedlichen Völkerverständigung und interkulturellem Zusammenleben verstanden werden kann.

Es folgt ein kurze Zusammenfassung über die kompositorischen Stilmittel:

– Traditionelle Musik der Bantu in Kamerun

– Jazz

– Populäre westliche Musik (Pop, Rock, Blues, Hip Hop, Elektronische Musik uvm)

– Weltmusik (Arabische Musik, Latin, Musik anderer afrikanischer Kulturen)

Die Instrumentierung bedient sich auf der einen Seite der traditionellen Instrumente der Bantu (Nkul, Calimba, Percussion), sowie der klassischen westlichen Besetzung in der Popularmusik (Schlagzeug, Bass, Keyboards, Gitarre, Percussion).

Wie der Name „Soleil Bantu“ („Sonne der Bantu“ oder „Sonnen-Menschen“) schon erahnen lässt, ist in diesem Projekt die Kultur seines Stammes ein steter Einfluss. Grob ausgedrückt kann man sagen dass sich die Basis für Bibouls Kompositionen zweier Ansätze bedient. Einerseits wird der afrikanische Stil seines Stammes (Ansatz und Komposition) in Kontext zu westlicher Musik gesetzt. Auf der anderen Seite bedient er sich genauso anderer Stile und fusioniert diese mit seinen Roots.

Viele dieser Kompositionen basieren, wie die traditionelle Musik der Bantu, auf dem 6/8 oder 9/8 Takt. Biboul bedient sich oft mehrstimmiger Polyrhythmen, die ihren Ursprung in Percussion-, Tamtam- oder Kalimba-Ensembles haben. Diese Rhythmischen Konzepte überträgt er auf die verschiedenen Instrumente seiner Band. Es liegt auf der Hand, dass sich dies für unser Gehör, zunächst einmal ungewohnt anhört, da es sich nicht um ein bekanntes „musikalisches Klischee“ handelt. Allerdings wohnt diesen Rhythmen ein starker, stetiger Puls inne, der leicht zu fühlen ist. Dieser „Flow“ verschafft dem Zuhörer den Zugang zu einer neuen und farbenfrohen Musikkultur.